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7 Learnings: Was sich Architekturbüros von Ingenieuren abschauen können

Ein moderner Glaspalast in atemberaubendem Design versetzt Jung und Alt in Staunen: Wow! Was für ein fantastisches Gebäude, was für eine tolle Fassade. Wie schön die Sonne sich in den Fenstern spiegelt, drinnen ist es bestimmt super hell und die Räume sind lichtdurchflutet. Darin möchten wir auch wohnen und arbeiten. 

Was aber, wenn sich die Bewohner der schmucken Glasarchitektur in den Sommermonaten schweißtreibend in ihren Betten hin- und herwälzen und nicht schlafen können? Wenn sie die unglaubliche Aussicht mit Vorhängen verdecken müssen, weil sich die nach Süden ausgerichteten Räume ansonsten zu stark aufheizen?

Tja, dann ist wahrscheinlich genau das passiert, was leider häufiger vorkommt als gewünscht: die Zusammenarbeit zwischen Architekten und Ingenieuren hat nicht funktioniert. Irgendwo zwischen kreativ-ästhetischem Erguss und komfort-praktischer Umsetzung ist ein Leck entstanden, unter dem letzten Endes der Bauherr leiden muss. Dieser Beitrag zu den 7 Learnings für Architekturbüros ist nicht als Schuldzuweisung, sondern als Aufruf für ein besseres gegenseitiges Verständnis zu verstehen, um in Zukunft noch mehr an einem Strang zu ziehen.

 

7 Learnings für Architekturbüros

 

Die Arbeitsweise von Architekten und Ingenieuren ist meist sehr unterschiedlich, denn erstere arbeiten sehr frei, kreativ und an Ästhetik orientiert. Architekten sind als erste mit einem neuen Bauprojekt in Berührung, während Ingenieure erst später hinzugezogen werden und mit einer praktischen Sichtweise an das Projekt herangehen. Aus dieser Perspektive lassen sich folgende 7 Learnings für Architekturbüros festhalten:

 

    1. Ingenieure arbeiten strukturiert:
      Ist die Zusammenarbeit zwischen Architektur- und Ingenieurbüro gut, so profitieren alle Beteiligten von der strukturierten Arbeitsweise im Projektmanagement, sodass Ziele planmäßig erreicht und alle Aufgaben verlässlich erledigt werden.

    2. Ingenieure suchen praktikable Lösungen:
      Ihre Arbeitsweise ist eher an praktischen und effizienten Lösungen orientiert, um dem ästhetischen Meisterwerk praktisches Leben einzuhauchen. Auf diese Weise lassen sich atemberaubendes Design und höchster Komfort im Lebensalltag der Nutzer optimal vereinen.

    3. Ingenieure sind stark prozessorientiert:
      Schulen oder Krankenhäuser mit öffentlichen Auftraggebern, aber auch private Bauprojekte benötigen zur Umsetzung mitunter mehrere Jahre. Dank der starken Prozessorientierung von Ingenieurbüros werden Fristen bestmöglich eingehalten, Projektabläufe ständig optimiert und Arbeitsweisen am Modern Workplace angepasst.

    4. Ingenieure sehen das große Ganze:
      Da die Aufgabe des Ingenieurs darin liegt, die Visionen von Architekt und Auftraggeber mit der praktikablen Umsetzbarkeit in Einklang zu bringen, hat er das große Ganze stets im Blick und schaut weit über seinen eigenen Tellerrand hinaus. Beste Voraussetzungen also für eine bereichernde Zusammenarbeit mit optimalen Ergebnissen.

    5. Ingenieure sind die perfekte Schnittstelle:
      Da das beauftragte Ingenieurbüro zwischen Architekturbüro, Auftraggeber und weiteren Projektbeteiligten, wie z.B. ausführenden Unternehmen, vermittelt und koordiniert, wird der zuständige Projektleiter schnell zur Schnittstelle, wo alle Informationen zusammenlaufen. Ein nutzbarer Vorteil, der das reibungslose Bauvorhaben spürbar beeinflussen kann.

    6. Ingenieure haben eine ausgeprägte kommunikative Kompetenz:
      In seiner Funktion als Schnittstelle hat der Ingenieur eine Art Sandwich-Position inne und ist darauf konditioniert, ungeplante Herausforderungen bereits frühzeitig zu sehen, schnelle Problemlösungen zu entwickeln und gute Kompromisse zu finden. Architekturbüros sollten sich diese kommunikative Kompetenz zu Nutze und den verantwortlichen Ingenieur zum Verbündeten machen.

    7. Immer mehr Ingenieurbüros setzen effizienzsteigernde Tools ein:
    8. Der digitale Fortschritt in Ingenieurbüros, etwa durch Einsatz zentraler ERP-Lösungen, verbessert die Organisation von Bauprojekten weit über ihr eigenes Arbeitsfeld hinaus. So wird beispielsweise die Kommunikation mit Partnern und Auftraggeber spürbar verbessert, der gesamtheitliche Überblick ist stets vorhanden und Projektschieflagen auf allen Ebenen werden frühzeitig erkannt bzw. präventiv vermieden.

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Handlungsvorschläge für eine optimale Zusammenarbeit zwischen Architekturbüro und Ingenieurbüro


Aufgrund der sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen von Architekten und Ingenieuren kommt es oft zu Konflikten in der Zusammenarbeit zwischen beiden und der Blick für das Wesentliche geht verloren. Nämlich, dass der wunderschöne Glaspalast die Bewohner bzw. Nutzer des Gebäudes ebenso begeistert wie Vorbeigehende. Damit die Zusammenarbeit gelingt, hier einige Handlungsvorschläge aus Sicht eines langjährig tätigen Ingenieurs:

 

  • Regelmäßige Koordinierungstermine abhalten
  • Die Zusammenarbeit aller Beteiligten bereits in den frühen Planungsphasen anstreben
  • Die vertraglichen Pflichten aller an der Planung Beteiligten aufeinander abstimmen
  • Gemeinsame Spielregeln als strukturelle Grundlage frühzeitig definieren
  • Ingenieure noch stärker in Controlling-Tätigkeiten einbinden
  • Zeitmanagement nicht von oben herab durchsetzen, sondern kooperativ abstimmen
  • Planstände sollten nur dann geteilt werden, wenn vorerst keine weiteren Änderungen erwartet werden
  • Relevante Planänderungen im Team frühzeitig kommunizieren und erörtern
  • Architekten und Ingenieure brauchen gemeinsame interdisziplinäre Fortbildungen und Schulungen
  • digitale Potenziale wie BIM, 3D, ERP-Plattform voll ausschöpfen, aber nicht nur der neuen Technologie wegen einsetzen



Learning von Ingenieuren für Ingenieure

 

Zu guter Letzt möchte ich auf ein wichtiges Learning für Ingenieurbüros eingehen, denn das Teilen von Erfahrungswerten ist auch innerhalb der eigenen Zunft von hoher Relevanz. Aus den vielen Jahren als Geschäftsführer eines Ingenieurbüros habe ich gelernt, dass Ingenieure sich untereinander das Leben schwer machen, wenn sie viel zu günstige oder auch teure “Mondpreise” anbieten. Professionelle Angebote sollten auf einer soliden Ressourcen- und Kapazitätsplanung basieren, denn weder die Auftraggeber noch die Auftragnehmer sind glücklich, wenn die versprochenen Preise weit von der Realität entfernt liegen und früher oder später hitzige Diskussionen entstehen.

 

Fazit: Voneinander lernen und bessere Resultate erzielen

 

Manchmal hilft es gedanklich in die Schuhe des Partners zu schlüpfen und sich dessen Arbeitsalltag und Vorgehensweisen zu verinnerlichen, um voneinander zu lernen und gemeinsam noch bessere Resultate zu erzielen. Ein Planerteam, in dem Architekturbüro und Ingenieurbüro auf Augenhöhe kooperieren und die wertvollen Kompetenzen des anderen gekonnt nutzbar machen, hat das Potential die prächtigsten und atemberaubendsten Gebäude zu errichten. Digitale Business Lösungen, wo alle Informationen zusammenlaufen, dienen dabei als Werkzeug für eine optimale Kommunikation und Koordination. Die Auftraggeber wohnen und arbeiten auf diese Weise in einem sensationellen Glasbau, der zu jeder Jahreszeit genau die richtige Temperatur hat.  

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Markus Wagner

Über Markus Wagner

Markus Wagner war mehr als 25 Jahre Eigentümer und CEO eines TGA-Ingenieurbüros im DACH-Raum und hat dieses zum Markführer mit zu Spitzenzeiten mehr als 80 Mitarbeitern aufgebaut. Mit diesem Know-How ist er seit 2020 Co-Founder von ingo365.