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10 Tipps, wie Ingenieure und Architekten die Zusammenarbeit verbessern

Erfolgreiche Bauprojekte sind nicht nur das Ergebnis genialer Ergüsse und schweißtreibender Arbeit, sondern auch das Produkt gelungener Kooperation zwischen Bauherren, Architekten und Ingenieuren. In der Zusammenarbeit stehen alle Beteiligten vor einer komplexen Herausforderung: Sie haben ein gemeinsames Ziel, aber sie starten an unterschiedlichen Punkten und nutzen andere Prozesse und Tools. 

Wie klappt also die Kooperation von Ingenieuren und Architekten, damit am Ende der Reise ein glücklicher Bauherr und ein gelungenes Bauwerk stehen? Antworten finden Sie in den folgenden 10 Tipps.

 

Tipp 1: Regelmäßige Koordinierungstreffen von Anfang an

 

Wenn Ingenieure und Architekten zusammenarbeiten, treffen nicht nur zwei Berufsgruppen, sondern zwei Welten aufeinander: der Bauherr beauftragt den Architekten, um seinen Wunsch in eine Vision zu verwandeln. Der Ingenieur kommt später hinzu, um diese Vision praktisch umzusetzen. Am Anfang des Projekts steht also noch kein voll fertiger Plan, sondern eine Idee, die zum Leben erweckt und dann in Stein gemeißelt wird. 

Bereits in der frühen Planung sollten deshalb regelmäßige Koordinierungstermine stattfinden, die alle Planungsbeteiligten an einen Tisch bringen. Ein wichtiges Learning für Architekturbüros ist dabei: Je früher der Ingenieur in die Planung einbezogen wird, desto leichter lassen sich der Wunsch des Bauherrn sowie die Vision des Architekten mit einer realistischen Umsetzung in Einklang bringen. Koordinierungstermine schaffen dabei eine belastbare Basis für die Zusammenarbeit und machen aus verschiedenen Herangehensweisen einen gemeinsamen Projektplan. 

 

Tipp 2: Vertragspflichten aufeinander abstimmen

 

Bauprojekte sind eine komplexe Dreiecksbeziehung: Der Bauherr schließt mit beiden Parteien einen Vertrag. Beide kennen ihre Pflichten gegenüber dem Auftraggeber, aber nicht im Detail alle Pflichten der anderen Partei, wenn eine Kommunikation auf Augenhöhe fehlt. Die Folge sind Probleme, Verzögerungen und unnötige Kommunikationsschwierigkeiten, wenn beispielsweise Pflichten doppelt oder gar nicht definiert wurden. 

Deshalb sollten Bauherr, Ingenieur und Architekt die vertraglichen Pflichten bereits bei der Angebotserstellung gemeinsam abstimmen. Ein solches Vorgehen sorgt für Klarheit in der Aufgabenverteilung, schafft die Basis für ein erfolgreiches Projekt und verhindert spätere Verwerfungen innerhalb des Teams.

 

Tipp 3: Gemeinsame verbindliche Grundlagen schaffen

 

Verbindlichkeit ist der Schlüssel zur erfolgreichen Kooperation. Das gilt insbesondere für zeitaufwändige Bauprojekte, bei der mehrere Akteure synchron verschiedene Aufgaben erledigen. Fehlt eine verbindliche Basis, kocht am Ende jedes Gewerk sein eigenes Süppchen. Im schlimmsten Fall führt dies zu Fehlern in der Ausführung und unnötige Mehrkosten im Projekt.

Alle Beteiligten sollten sich daher frühzeitig auf eine gemeinsame Sprache und verbindliche Grundlagen verständigen, beispielsweise die eindeutige Bezeichnungen für alle Räume. Auf diese Weise wird nicht nur eine gute Basis für die Zusammenarbeit geschaffen, sondern auch das interne Projektcontrolling erleichtert. 

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Tipp 4: Ingenieure besser in das Controlling einbinden

 

Der Ingenieur hat in komplexen Bauprojekten eine wichtige Schnittstellenfunktion. Als technischer Experte steht er im Dreieck mit Bauherrn und Architekt. Trotzdem wird der Ingenieur selten konsequent und von Beginn an in das Controlling einbezogen. 

Dabei hat er als Schnittstelle einen guten Blick für das große Ganze und liefert wichtige Impulse von der erfolgreichen Planung und Strukturierung bis hin zur reibungslosen Umsetzung des Subunternehmer-Managements. 

 

Tipp 5: Zeitpläne realistisch und kooperativ gestalten

 

Die Zusammenarbeit von Ingenieuren und Architekten leidet auch unter unrealistischen Zeitplanungen. Häufig wird ein Zeitplan von der Bauleitung herausgegeben, ohne alle Akteure einzubeziehen, was der Realität von Bauprojekten nicht gerecht wird und eine professionelle Ressourcen- und Kapazitätsplanung spürbar erschwert. Zudem sind Bauprojekte auf Dritte (z. B Lieferanten oder Behörden) angewiesen, und es muss sichergestellt werden, dass das Projekt auch in kritischen Phasen Termin konform weitergeht.

Da Ingenieure laufend mit allen Auftraggebern, Partnern und Subunternehmern in Kontakt sind, können sie i.d.R. verlässlich einschätzen, ob ein Zeitplan machbar ist. Indem Sie alle Projektbeteiligten in die Planung einbinden, entsteht von Anfang ein realistischer Zeitplan. Lieber von Anfang an “der Realität ins Auge sehen”, als im Laufe des Projektes scheibchenweise Termine zu verschieben und im Endeffekt deutlich länger zu benötigen.  

 

Tipp 6: Planänderungen kommunizieren

 

Planänderungen sind aufgrund rechtlicher, technischer oder finanzieller Herausforderungen unvermeidbar. Das Problem dabei sind aber nicht die Planänderungen selbst, sondern die mangelhafte Kommunikation im heutigen Planerteam. Im analogen Zeitalter war die Bauplanung “Handarbeit am Reißbrett”, sodass zwangsweise ein gewisser zeitlicher Abstand zwischen einzelnen Versionen lag und de facto nur vollständig ausgeklügelte Änderungen zu Papier gebracht und an die Beteiligten verteilt wurden. Heute findet die Planung in digitalen Bauakten statt, wo Anpassungen schnell eingepflegt und mit einem Klick bestätigt sind. Das geht im ersten Schritt schneller, aber nicht unbedingt im zweiten, denn ein Korrektiv fehlt. Mögliche spätere Konsequenzen erfahren hierbei eindeutig zu wenig Beachtung und oft werden Versionen herausgegeben, die eben noch nicht vollständig durchdacht und damit auch wirklich umsetzbar sind. Das wiederum bedingt mehrere Korrekturläufe vieler Beteiligter, was den Aufwand oft massiv in die Höhe schnellen lässt.

Jede Planänderung sollte deshalb zunächst im gesamten Planungsteam auf ihre Machbarkeit hin überprüft und dann beschlossen werden, bevor sie im Detail von allen Beteiligten ausgearbeitet und umgesetzt wird. Auch gegenüber dem Auftraggeber sollten alle Anpassungen frühzeitig kommuniziert und Konsequenzen erläutert werden, damit dieser ein vollständiges Bild erhält und informierte Entscheidungen treffen kann.

 

Tipp 7: Kooperationskultur in der Ausbildung verankern

 

Bis zu einem gewissen Grad ist das Problem der Zusammenarbeit von Ingenieuren und Architekten hausgemacht. Experten weisen bereits seit Jahren darauf hin, dass die Ingenieurausbildung zu wenig Bezug zur alltäglichen Zusammenarbeit im Projekt hat.. 

Der Bund deutscher Architekten, Ingenieure und Baumeister fordert deshalb eine Reform, die “die vertiefte Vermittlung von kommunikativen Kompetenzen, des interdisziplinären Arbeitens oder des Baubetriebs” zum Ziel hat. Auch die Ausbildung von Architekten bedarf im Hinblick auf die organisatorischen Herausforderungen im Berufsalltag einer Reform. Der Bayerische Landesverband der Bund Deutscher Architekten konstatierte in einer Stellungnahme bereits 2015, dass diese Herausforderungen “eine Ausbildung von neuer und erhöhter Qualität” erforderlich machen. 

 

Tipp 8: Gemeinsame Fortbildungen fördern Interdisziplinarität

 

Ingenieure und Architekten bilden sich ihr gesamtes Berufsleben lang weiter. Die Chance, Fortbildungen für den interdisziplinären Austausch zu nutzen, wird bisher aber kaum wahrgenommen. Dabei haben sie zwar verschiedene Aufgaben, Herangehensweisen und Ansätze, am Ende aber doch ein gemeinsames Ziel: Ein atemberaubendes, gemütliches, komfortables, nachhaltiges, modernes Bauwerk, das den individuellen Wünschen des Kunden bestmöglich entspricht.

Gemeinsame Fortbildungen fördern das Verständnis für dieses Ziel sowie Interdisziplinarität im Tun. Das führt nicht nur zu mehr Wertschätzung für die Arbeit des anderen, sondern auch zu einer erhöhten Projektqualität und damit einer effizienteren und somit auch kaufmännisch erfolgreicheren Umsetzung. 

 

Tipp 9: Chancen der Digitalisierung nutzen

 

Digitalisierung und digitale Transformation sind in der Baubranche längst angekommen. Das BIM-Verfahren (Building Information Modeling) etwa schafft dabei die technischen Grundlagen für eine integrierte Planung von Bauprojekten und stellt für viele Anwender ein Werkzeug dar, um effizienter und produktiver zu arbeiten. 

Neue Technologien haben großes Potenzial, die Zusammenarbeit von Ingenieuren und Architekten auf eine interdisziplinäre Stufe zu heben. Die Arbeit mit einem digitalen Gebäudemodell schafft einen gemeinsamen Nenner, der die Kommunikation erleichtert und das Verständnis füreinander fördert.  3D-Modelle erlauben es, Ideen anschaulich zu kommunizieren und Missverständnissen in der Zusammenarbeit vorzubeugen. Es gilt also die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um Kooperation in Zukunft spürbar zu verbessern.

 

Tipp 10: Gemeinsame Learnings für Ingenieure und Architekten

 

Historisch gesehen waren der Ingenieur und der Architekt einst ein und dieselbe Person. Der sogenannte Baumeister war sowohl für die kreative als auch für die technische Planung eines Bauwerks verantwortlich. Erst die fortschreitende Arbeitsteilung hat beide Berufe getrennt und aus Architekten Visionäre, aus Ingenieuren unter anderem Problemlöser und die Schnittstelle zu vielen verschiedenen Gewerken gemacht. 

Aber gerade in diesen Unterschieden liegt eine Chance, denn die prozessorientierte Trennung von Tätigkeiten sorgt für Effizienz und Produktivität. Das ist im Büromanagement nicht anders, wo Büroleiter und Projektleiter klar definierte Aufgabenbereiche haben sollten. Die Stärken des anderen kennen, sie nutzen und voneinander lernen ist m. E. einer der wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Architekten. Gemeinsame Learnings erfordern zwar eine gewissen Offenheit für die Herausforderungen und Kompetenzen des anderen, doch schlussendlich führen sie zu einer stabilen Basis für erfolgreiche Projekte.

 

Fazit: Erfolgreiche Zusammenarbeit von Ingenieuren und Architekten

 

Ingenieure sind Problemlöser, Architekten sind Visionäre? Ja und nein. Unterschiede können das Projekt behindern, wenn sie mit verengtem Blick der Schwarzweißmalerei betrachtet werden. Sie beflügeln ein Bauprojekt allerdings, wenn beide Seiten erkennen, dass zwar unterschiedliche Kompetenzen, Arbeitsweisen und Erfahrungen, aber auch zahlreiche Schnittstellen entstehen, die bereits früh zusammengeführt und nutzbar gemacht werden sollten. Gemeinsames Agieren auf Augenhöhe kann eigentlich nur zu einem fantastischen Ergebnis führen. 

 

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Markus Wagner

Über Markus Wagner

Markus Wagner war mehr als 25 Jahre Eigentümer und CEO eines TGA-Ingenieurbüros im DACH-Raum und hat dieses zum Markführer mit zu Spitzenzeiten mehr als 80 Mitarbeitern aufgebaut. Mit diesem Know-How ist er seit 2020 Co-Founder von ingo365.